25.-27. Juni 2007 | Nürnberg

news

  • Book Release (2009)

Building a Future on Peace and Justice
Kai Ambos; Judith Large; Marieke Wierda, (Eds.)
Studies on Transitional Justice, Peace and Development
The Nuremberg Declaration on Peace and Justice
Online and hardcover version available

  • Pressemitteilung

20. Juni 2008:
Presseerklärung: „Nürnberger Erklärung zu Frieden und Gerechtigkeit“ (pdf; 20 KB)

  • Pressemitteilung

27. Juni 2007:
Presseerklärung der Veranstalter der internationalen Konferenz "Frieden und Gerechtigkeit - Bausteine der Zukunft", 27.06.2007 (pdf; 40 KB)

  • Pressemitteilung

25. Juni 2007:
Bundesminister Steinmeier eröffnete Nürnberger Friedenskonferenz: "Frieden und Versöhnung sind mit dem Denken in Schwarz und Weiß nicht erreichbar" (pdf; 160 KB)

Image Neues Museum

Parallele Workshops


Dienstag, 26. Juni 2007, 14.30 - 18.00 h

Workshop 10: Alternative Ansätze zur Vergangenheitsbewältigung

  Englisch
Übersetzung in Deutsch

Podium:
Vorsitz: Mark Salter, International IDEA
International Institute for Democracy and Electoral Assistance

Experten:
1. Paloma Aguilar, Universidad Nacional de Educación a Distancia, Spain
2. Luc Huyse (TBC), University Leuven
3. Stef Vandeginste, University of Antwerp
4. Victor Igreja, Research School of Asian, African and American Studies (CNWS)
5. Klaas de Jonge, Independent Expert

Kurzfassung:
Dieser Workshop betrachtet einige Fälle, die häufig als Beispiele für Länder zitiert werden, in denen trotz des Fehlens einer formalisierten Strafverfolgung ein nachhaltiger Frieden erreicht wurde.

Ein Schwerpunkt dieser Betrachtung sind Situationen wie zum Beispiel in Spanien, wo es nach dem Wechsel des Regimes amtlicherseits ein gezieltes Bestreben gab, um die Vergangenheit - sowohl den Bürgerkrieg als auch die Franco-Diktatur - einen Bogen zu machen. Es soll untersucht werden, wie tragfähig solche 'Pakte des Schweigens' sind und welche Folgen sie haben. Der spanische Umgang mit Reparation und Gerechtigkeit soll aus einer vergleichenden Sicht bewertet werden. Welche juristischen und nicht-juristischen Maßnahmen wurden in Spanien, Chile und Argentinien im Hinblick auf Reparationen und rückwirkende Gerechtigkeit ergriffen? Dem offiziellen Standpunkt des Vergessens können die von anderen Teilen der Gesellschaft ergriffenen Initiativen gegenübergestellt werden. Warum wurde dieses Thema in den letzten Jahren so wichtig? Welche wichtigen Initiativen hat die derzeitige Regierung unterstützt?

Ein anderes Szenario zeigt sich dort, wo zwar offiziell - auf nationaler ebenso wie auf internationaler Ebene - lautstark eine Strafverfolgung gefordert wurde, aber in der Praxis die Täter in keinster Weise zur Rechenschaft gezogen wurden. So wurde beispielsweise in Burundi die Arbeit der Übergangsjustiz ständig durch das Streben nach einem Friedensvertrag zur Beilegung des bewaffneten Konflikts und durch mehr als ein Jahrzehnt politischer Instabilität ausgehebelt. Auch traditionelle Justizsysteme wurden hier nicht angewandt. Wie ist jetzt, nach dem Ende des Krieges und der politischen Übergangszeit, eine Vergangenheitsbewältigung möglich?

Ein dritter Fall sind Gesellschaften, in denen versucht wurde, mit Hilfe traditioneller oder alternativer Ansätze die durch den Konflikt verursachte Kluft zu überwinden. Justizunabhängige, auf den Wiederaufbau gerichtete Konzepte sind besonders dort zu beobachten, wo formale Justizsysteme schon immer eine eher untergeordnete Rolle spielten. Ist es beispielsweise in Mosambik möglich gewesen, mit alternativen Konzepten relative Stabilität und den Schutz von Menschenrechten zu erreichen? Welche Berührungspunkte gibt es zwischen den traditionellen Justizmechanismen und den internationalen Normen für die Ahndung grober Menschenrechtsverletzungen?

Workshop-Organisation:
Crisis Management Initiative (CMI)